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Vollständige Version anzeigen : Depression - wo kommt die denn her?


Katrin
08.11.2004, 15:31
Hallo zusammen,

war heute bei meiner Rheumatologin - eine Stunde (ihr könnt mich beneiden, sie nimmt sich wirklich wahnsinnig viel Zeit). Neben meinen Beschwerden hat sie noch eine dicke, unbehandelte Depression festgestellt.

Ok, es geht mir seit längerem nicht gut, sowohl physisch als auch psychisch. An der Arbeit absolut unterfordert, zuhause Trennung vom Männe, aber noch gemeinsame Wohnung, Jobsuche, Umzugsplanung, Perspektiven relativ unklar. Eigentlich dachte ich immer, ich meistere das ganz gut, aber sie hat mir ein paar Fragen gestellt (Antriebslosigkeit, Müdigkeit, wann das letzte Mal wirklich zufrieden ...), die mir gezeigt haben, das doch nicht alles so gut ist, wie ich dachte. :frage:

Sie hat mir ein paar Tips gegeben, die ich wahrnehmen soll, um die Einnahme von Antidepressiva zu umgehen (die will ich auch gar nicht haben!). Aber körperliche Nähe bietet mir momentan nur mein Kater, die Massagen kosten auch, und ein Wellness-Wochenende kann ich mir momentan wirklich nicht leisten.

Was macht Ihr, wenn es Euch mal trifft? Meine Musik hilft mir irgendwie auch nicht viel weiter, und alle lieben Menschen, die mir was bedeuten, sind 400 km weit weg. Habe übermorgen wieder einen Termin, da wollen wir die weitere Vorgehensweise besprechen.

Liebe Grüße
Katrin :confused:

Dorothea
08.11.2004, 16:23
Hallo Katrin,
es besteht die Möglichkeit, dass deine Depression auch durch Medikamente ausgelöst wird.
Bei mir ist es ganz auffällig immer dann, wenn mal wieder MTX-Tag gewesen ist. Die beiden darauffolgenden Tage möchte am liebsten von diesem Planeten verschwinden.
Danach fange ich mich dann immer wieder. Aber am besten hilft bei mir noch immer Musik und Gedankenreisen - probiers doch mal aus.

Gute Besserung und liebe Grüße Dorothea :trost:

stressi
08.11.2004, 17:06
Hallo Katrin,

als ich vor ca. 2 Jahren extrem unter Depressionen gelitten habe, sagte mein Psychologe zu mir zwei Dinge die ich zur täglichen "Hausaufgabe" bekommen habe:
Einmal einen "Wie war mein Tag Kalender" ich sollte mir einen Kalender anlegen,den ich je nach Tagesform in den entsprechenden Farben vormittags und nachmittags anmalen sollte! Wenn es einem gut geht nimmt man automatisch helle farben, und bei trüber Stimmung dunkle Farben. Als ich mir dann am Ende der Woche meinen Kalender angesehen habe, konnte ich doch manchmal ganz überrascht feststellen das es mir eigentlich gar nicht so schlecht gegangen ist. Den der Mensch ist ein komischer Geselle der sich besonders dann wenn es ihm nicht so gut geht eher die negativen Dinge merkt!

Zum zweiten sollte ich ein Tagebuch führen, in dem ich alles aufschreibe was mich stört , bedrückt usw.

Ich weiß hört sich ein bißchen merkwürdig an, dachte ich mir zu Anfang auch, aber ich für meinen Teil kann nur sagen ich habe mich geirrt, es hat mir aus meiner Depression ohne Antidepressiva geholfen.

Und ich denke es kostet nicht die Welt und tut auch nicht weh! und einen Versuch ist es wert!

Nun wünsche ich dir viel Glück und hoffe das du es auch ohne schaffst.:trost:
Liebe Grüße
Ricky

Gast
08.11.2004, 19:29
Hallo Katrin,

laß dich erst einmal lieb in meine Arme nehmen. Ich gebe dir :trost: und knuddel dich :knuddel: , bis du Streicheleinheiten rand voll hast. Depressionen - die medizinischen, ausgewachsenen haben ihre Ursache im gestörten Stoffwechsel des Gehirns, Serotoninmangel ist da nicht alles. Worunter wir häufig leiden, sind depressive Verstimmungen. Ich sage zum Beispiel auch: Ich habe heute meinen Depressiven, und jeder weiß, daß ich vor Schmerz nicht einmal über einen Witz lachen kann. Ich brauch einfach nur Zeit für mich, ein oder zwei Glas trockenen Rotwein oder roten trockenen Sekt und ich schlafe mal eine Nacht durch. Wie erholsam.
Wenn deine Rheumatologin eine Depression festgestellt hat, liegt es sicher an deiner Stimmung, die durch seelischen und körperlichen Schmerz , unterhalb des Kellers angesiedelt ist. An solchen Tagen führe ich gern eine Strichliste:
gutes am Tag/ Schlechtes am Tag. Überwiegt das Gute, schaffe ich abends trotz böses aua noch eine Dehnlagerung, die gegen die Schmerzen wirklich hilfreich ist. Überwiegt das Schlechte an einem Tag, zieht mich das zusätzlich runter und ich kippe zwei Glas Rotwein oder Sekt in mich hinein und gehe ins Bett. Wie gesagt, nur an Tagen, die ich am liebsten aus dem Kalender streichen möchte. Liegt mein Schmerzlevel bei Acht, ist das "Normal" und ich kann damit umgehen. Im Gegensatz zu dir bin ich allerdings im Vorteil. Ich habe zwei Katzen, die ständig Dummheiten machen und mich auf Trab halten wollen, einen Partner, der meine Spielregeln (siehe Forum "Becherew und Partnerschaft") respektiert, eine Tochter, die studiert und immer wenn ich sage, "das ist ein sch...tag mit ihren Matheaufgaben kommt - ich liebe Mathe und Chemie und einen Sohn (Asperger-Autist und Bechterewler), der zusätzlich viel Kraft von mir benötigt. Und ich bin Therapeut. Wustest du schon , daß die Hälfte der Therapeuten nur Therapeut werden, um sich sich selbst zu therapieren :) :D :lol: . Ich wurde Therapeut, um meinem Jungen besser helfen zu können. Also doch Selbstzweck.
Oh, jetzt habe ich doch zu viel geschrieben.:( :o :p

Es grüßt dich ganz lieb K., auch K.e sind zärtlich und liebebedürftig

:knuddel: :knuddel:

Engelbert
08.11.2004, 21:37
Hallo Katrin

Du hast da wirklich eine gute Rheumatologin und dazu kann ich dir nur gratulieren.

Das du im Momment niedergeschlagen bist ist ganz verständlich und ich frage mich was hast du früher gerne gemacht, ein gutes Buch gelesen, ein Bild gemalt oder einen Zoo besucht?

Auf jeden fall solltest Du mal wieder das tun was Du früher gerne gemacht hast und ich denke das hilft schon ein wenig.

In der Hoffnung das es Dir bald besser geht

Engelbert

Sabine
08.11.2004, 21:45
Hallo Katrin,

schön das die Ärztin so gut ist.

Ich denke auch das es klar ist im Moment...wenn du so deine Situation schilderst!!
Mich lenken immer die Kreativen Dinge wie basteln, malen oder Patchwork nähen gut ab...dann noch mit einer lieben Freundin einen Milchkaffee schlürfen und plaudern.
Nette Leute treffen und gute Gespräche helfen mir auch weiter.
Ich hoffe das du einen Weg findest ohne diese Antidepressiva zu nehmen :knuddel:

Mit uns kannst du auch rechnen, wir helfen dir auch so gut wir können :D

andrea2
08.11.2004, 22:06
Hallo Katrin!

Ich bin ja nicht so der Knuddeltyp, aber heute bekommst du mal ein :knuddel:!

Ich finde es, wie Sabine auch, gar nicht so verwunderlich, dass du depressiv bist! Ein bisschen mehr als eine Katze braucht man ja dann doch ;)!
Wie wär's denn, wenn du dich in ein 'Gefährt' schwingst und zu unserem Treffen nach Hannover am Donnerstag kommst? Kannst auch bei mir übernachten (wenn's im Hochbett geht :jump: ). Mir helfen kleine Ausbrüche aus dem Alltag immer sehr.
Ansonsten berichte mal wie es weitergeht (bin ja auch Therareutin :D) und gute Besserung!

Liebe Grüße aus Hannover
andrea2

Ulmka
09.11.2004, 00:03
Hallo Katrin,

lass dich erstmal ordentlich knuddeln http://www.dvmb-forum.de/images/my/503.gif

Schön, dass deine Rheumatologin so viel Zeit für dich hat (wie heißt sie noch gleich? ), aber schade, dass es dir nicht gut geht.

Wenn dir die Decke auf den Kopf fallen will und du mal was anderes sehen möchtest - ruf doch mal an! Wenn ich zu Hause bin, können wir uns ja mal treffen, es ist ja nicht so weit!

Liebe Grüße :knuddel:

Lydia

P.S.: Danke für deine WW-Tips! Ich habe mittlerweile alles incl. CD bekommen - eher per Zufall von der Mutter der Freundin meiner Tochter!

Nelly
09.11.2004, 16:56
Hallo Katrin,

brauchst Dich nicht zu schämen, mit Dauerschmerzen ist das kein Wunder und dazu hast Du viele andere Sorgen! Wichtig ist wirklich Dich zu beschäftigen mit Sachen, welche Dir gefallen. Geh an der Sonne spazieren, hellt ungemein das Gemüht auf. Schön wäre es auch, wenn Du Dich mit Freunden triffst. Konzetrier Dich auf die schönen Sachen.

Wenn Du einen Schritt weiter willst, lass Dich von deiner Rheumatologin beraten ob sie einen guten Psychologen oder Psychiater kennt, denn eine Psychotherapie könnte Dir viel bringen, evt. mit Antidepressiva zur Überbrückung. Habe es selbst probiert, der Erfolg ist überwältigend!

Ciao,

Nelly

Andrea
09.11.2004, 19:58
Liebe Katrin,

kein Wunder, daß Du einen Depri hast, mit Dauerschmerz. Aber das Wichtigste ist, daß er jetzt "angeprangert " ist. Denn nur einen feind den man kennt, kann man bekämpfen.

Alles Gute..und für die Streicheleinheiten hast du uns.....:knuddel:
Alles Liebe
Andrea

Frank819
09.11.2004, 20:59
Hallo Kirsten,



darf ich Dich zunächst um Deine Ärztin beneiden?? ;) Hatte schon befürchtet das die Zunft die ihren Beruf ernst nimmt ausgestorben und an ihren Diagnoseschlüsseln verendet sei.....



Anyway – Depressionen. Klar das Du derzeit nicht auf Wolke 7 schwebst, Deine derzeitige Situation ist nun wirklich nicht zu beneiden. Nur genau da fängt für mich die Schwierigkeit an. Wo fängt die Depression eigentlich an und wo hört das sich mies fühlen auf? Depression ist eine ernste Krankheit die behandelt werden muß.

Genau hier würde ich ansetzen. Laß Dich beraten, untersuchen. Sprich mit den Profis, mit Deinem Bechti machst Du das doch auch. Vereinbare einen Termin mit einer Therapeutin/einem Therapeuten (Überweisung kriegst Du sicher von Deiner Ärztin). Keine Angst, bei jedem bekommst Du zunächst 5 Termine eingeräumt die man dazu nutzt die Diagnose zu manifestieren und darüber nachzudenken ob man zu einander paßt – Therapie ist schließlich was anderes als der Besuch beim Zahnarzt. Und dann beginnt man mit Thera oder eben nicht. So fing es bei mit jedenfalls an als ich in einer tiefen Krise steckte. Mit Hilfe meiner Therapeutin habe ich dann irgendwann rausgefunden. Denke das Thema ist für mich trotzdem noch nicht ganz erledigt, vielleicht begleitet es mich auch mein Leben lang. Das weiß ich nicht. Aber ich habe Strategien gefunden damit besser umzugehen und nicht mehr in gar so tiefe Löcher zu fallen. Ist doch schon ne ganze Menge!



Bis dahin haben die anderen natürlich auch völlig Recht. Auch wenn der fehlende Antrieb es einem nicht immer leicht macht – versuche nicht die Dinge zu vergessen die Dir Spaß machen/Spaß gemacht haben und tue sie auch. Einfach mal abschalten können ist auch wichtig. Andrea’s Idee gen Hannover zu fahren ist doch auch eine gute Idee. Neue Leute kennen lernen ist immer spannend!



Sind so meine Gedanken zu dem Thema



Liebe Grüße



Frank

Gast_02
09.11.2004, 22:49
Hallo katrin,

ich denke das ich sehr gut weiß was du durchmachst. Habe das auch schon öfters hunter mir.
Gerade als eigentlich Dauerkranker fällt man bei jedem kleineren Vorfall in ein Loch von Depris.
Meisst kommt man da ohne Hilfe eigentlich heraus, doch es kommen auch Tage da braucht man professionelle Hilfe.

Bei mir ist es auch mal wieder soweit.
Mein rechter Arm ist so gut wie unbeweglich vor Schmerzen und nun muss ich mit der linken Hand meine Beiträge tippen.

Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg für den nächsten Weg.

Lieben Gruss in den Norden

Uwe
:o

Rosine
09.11.2004, 23:36
Hallo Katrin,

zu den Antworten meiner Vorschreiber kann ich nur einen Satz hinzufügen, den man als Tagesmotto nehmen sollte (zumindest an schlechten Tagen) : " Sei gut zu Dir selber !"
Wenn man nahezu ständig Schmerzen hat, wird man irgendwann mürbe und dünnhäutig, kann einfach nicht mehr und hängt nur schlapp wie ein Schluck Wasser in der Kurve herum. Sich da selber aus dem Sumpf zu ziehen ist schwer...aber es hilft (zumindest mir *verlegen*) doch sehr, wenn man sich gute Dinge tut, ein Buch zu lesen, ein warmes Bad nehmen, früh schlafen gehen, zusammen mit der Katze eine Packung Räucherlachs zu teilen, Schokolade zu essen oder zu trinken (macht gute Laune, aber dicke Hüften *zwinker*)...

Ich wünsche Dir viel Kraft.

Liebe Grüße, Rosine

Katrin
10.11.2004, 12:40
Hallo Ihr Lieben,

danke für die netten Worte. Das baut wieder auf. Wie so oft, hilft mir das Forum wirklich weiter. Was würde ich nur ohne Euch machen?

Hatte heute den nächsten Termin bei der Rheumatologin. Befund: aktive Entzündung im ISG. Therapie: Akupunktur und ein pflanzliches Mittel (Rhus toxicod. spag. Krauß) - kennt das jemand? Hat schon bei der ersten Einnahme (kleine Perlen, die man unter der Zunge zergehen lassen muß) eine wesentliche Erleichterung gebracht. Akupunktur fängt nächste Woche an. Mal sehen, was die bringt. Zahlt wahrscheinlich meine Krankenkasse komplett - bin ich froh.

Depri - ja, das schlaucht ganz schön. Ich habe ja gemerkt, das ich nicht mehr der Mensch war, der ich gern sein wollte, aber das es für diesen Zustand eine Bezeichnung gibt, hätte ich nicht gedacht. Aber wie ihr schon sagt - wenn man den Feind kennt, kann man ihn bekämpfen. Habe gestern aktiv angefangen. Eine gute Freundin ist Psychologin, die hat mir ein paar Tips gegeben. Nach 4 Stunden Telefonat war mir auch Einiges klarer. Wird schon werden. Mein bester Freund hat mir versprochen, mich "richtig in den Arsch zu treten" wenn ich das nicht hinkriege - na wenn das keine Motivation ist.

Ich danke Euch für Eure lieben Worte. Nach Hannover kann ich leider nicht kommen, weil ich in dieser Woche mal richtig viel an der Arbeit zu tun habe. Außerdem ist Donnerstag immer der WeightWatchers-Tag. Der Termin ist fix, und da ich kurz vor Vollendung der 25 kg bin, habe ich da vielleicht auch noch ein Erfolgserlebnis.

Das mit dem Tagebuch finde ich übrigens gut. Hab mal ein kleines Heftchen angefangen. Berichte dann später.

Liebe Grüße aus dem feuchten, schneelosen Norden

Katrin

Sabine
10.11.2004, 13:29
Hallo Katrin,


na das klingt doch schon viel besser :knuddel:
Mir hat die Akkupunktur auch schonmal sehr gut geholfen und ich hatte auch das Glück das meine Kasse die Kosten komplett übernommen hat.
Rhus Tox... hab ich auch schon als Globuli und auch als Spritze bekommen...hatte schon Wirkung aber leider nicht so das es viel weitergeholfen hat.
Ich wünsche dir das es bei dir super hilft, jeder reagiert ja zum
Glück anders :knuddel:

Gute Gespräche sind wichtig, genauso wie ein A-Tritt vom guten Freund :D

Ich denke du schlägst den richtigen Weg ein...Prima

Uli Dörwald
14.01.2010, 10:00
Quelle: ddp/wissenschaft – Ilka Lehnen-Beyel


14.01.2010 - Hirnforschung
Medikamente gegen Depressionen können wirkungslos sein

Überfluss an Serotonin-Erkennungsstellen macht Menschen unempfindlich gegenüber Antidepressiva

US-Forscher haben möglicherweise entdeckt, warum Antidepressiva bei über der Hälfte der Patienten nicht oder nicht sofort anschlagen: Die Betroffenen haben vermutlich überdurchschnittlich viele Andockstellen für den Gehirnbotenstoff Serotonin an bestimmten Nerven in ihrem Hirnstamm. Kommen diese als Rezeptoren bezeichneten Andockstellen mit dem Botenstoff in Kontakt, drosseln sie die Eigenproduktion von Serotonin im Gehirn. Eine künstliche Erhöhung des Serotoninspiegels, die durch viele Antidepressiva herbeigeführt wird, hat in solchen Fällen also kaum eine Wirkung, weil sie zu einem Stopp der Serotoninbildung führt und damit im Endeffekt keine echte Erhöhung des Spiegels erreicht. Zwar stammen die Ergebnisse bisher lediglich aus Versuchen mit Mäusen, es gibt jedoch bereits Hinweise, dass es beim Menschen einen ähnlichen Mechanismus gibt, berichten die Forscher um Jesse Richardson-Jones von der Columbia-Universität in New York.

Serotonin gilt als Schlüsselfaktor sowohl beim Entstehen als auch beim Behandeln einer Depression. Der Botenstoff wirkt, indem er wie ein Schlüssel in ein Schloss an speziell geformte Eiweiße, die sogenannten Serotoninrezeptoren, auf den Oberflächen der Nervenzellen andockt. Ein höherer Serotoninspiegel wirkt dabei nach aktuellem Stand des Wissens einer Depression entgegen, ein Zusammenhang, den auch die meisten Medikamente gegen Depressionen wie beispielsweise die sehr häufig verwendeten "Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer" (SSRIs) ausnutzen, indem sie den Serotoninspiegel künstlich erhöhen.

Die Serotoninrezeptoren haben im Gehirn allerdings zwei völlig unterschiedliche Funktionen: In den meisten Bereichen vermitteln sie die antidepressive Wirkung des Botenstoffs, und eine Zunahme der Rezeptoranzahl würde hier den Effekt steigern. Sitzen sie jedoch auf den Nerven im Hirnstamm, die für die Serotoninproduktion zuständig sind, haben sie genau die entgegengesetzte Wirkung: Dort überwachen die Rezeptoren den Serotoninspiegel und drosseln die Neuproduktion des Botenstoffs, wenn dieser ansteigt. Je mehr Rezeptoren dabei vorhanden sind, desto geringere Serotoninspiegel reichen aus, um die Neubildung zu unterdrücken.

Bereits früher gab es den Verdacht, dass Menschen, die sehr viele dieser sogenannten Autorezeptoren besitzen, schlechter auf Antidepressiva ansprechen. Untersuchen ließ sich das allerdings nicht, weil jeder Versuch, die Autorezeptoren zu beeinflussen, gleich auch alle anderen Serotoninrezeptoren mit erfasste. Jetzt gelang es Richardson-Jones und ihren Kollegen jedoch, Mäuse gentechnisch so zu verändern, dass sie die Zahl der Autorezeptoren in deren Gehirnen gezielt erhöhen und verringern konnten. Und tatsächlich: Mäuse mit überdurchschnittlichen vielen Autorezeptoren reagierten kaum oder gar nicht auf einen SSRI. Wurde die Zahl jedoch gesenkt, stellte sich die Wirkung relativ schnell ein. Sollte es gelingen, das Prinzip auch beim Menschen nachzuweisen, könnte schon vor einer Behandlung getestet werden, ob ein Betroffener auf die Medikamente anspricht oder nicht, schreiben die Forscher. Zudem bestehe die Hoffnung, dass sich die Autorezeptoren mit Hemmstoffen ausschalten lassen.


Jesse Richardson-Jones (Columbia-Universität, New York) : Neuron, Bd. 65, S. 40

ddp/wissenschaft – Ilka Lehnen-Beyel

Soltar
15.01.2010, 00:58
Hallo

AD, also Antidepressiva können wohl schon helfen - viele haben ja aber auch drastische Nebenwirkungen. Ueberdosis könne tödlich sein, hab ich grad gelesen.

Ich denke einfach, dass vieles von Verschlackung/ Giften herrührt. Immer wieder mache ich diese Erfahrung bei entgiftendene Therapien, wie sich alles ändert und alles "aufgeht"...aktuell habe ich auch wieder so etwas. Leider aber löst das auch immer Schübe aus bei der Entzündung. Es ist im Moment aber auszuhalten - ich musste einfach die Dosis dieses Naturheilmittels runter fahren. Ich hoffe, dass es dann vielleicht auch mal zu einer Abnahme der Entzündung führen könnte, was mir leider bei all den vielen Versuchen mit ähnlichen Therapien, Entgiftung, Ausleitung bis jetzt nicht gelang. Aber eben - sonst: man ist wacher, mehr da, man riecht und schmeckt besser usw. usw. Weil beim Bechterew ist da wohl einiges im Argen...ist es eine Stoffwechselstörung, wo der Körper es nicht mehr schafft zu entgiften? Wer weiss es schon - aber dieser Aspekt wird ja immer wieder auch mal diskutiert - da ist u.a. sicher auch was dran!!

Gruss Soltar

Soltar
13.09.2010, 19:21
Ja, hallo

Die Tage werden wieder kürzer - das Licht nimmt langsam aber stetig ab.

Ich habe wieder mal damit angefangen, weil ich noch viele hier hab, die mir der Arzt damals verschrieben hatte, und ich auch über die Kasse abrechnen konnte.

Hyperiplant 600. Aber es mag viele geben. Ich hatte das Gefühl, dass ich schon nach der ersten was spürte an Stimmungsaufhellung, aber es geht ja ca. 2 Wochen, sagt man, bis es wirklich wirkt. Schlaf kann ev. auch verbessert werden.

Heute hab ich allerdings einen schlechten Tag. Leider seit gut einem Jahr Streitigkeiten mit Nachbarn. Schade halt. Hoffe es wird sich mal gütlich lösen - kann sehr belastend sein.

Gruss Soltar