Vollständige Version anzeigen : Bechterew und Baby?
Unregistriert
15.11.2004, 10:43
Hallo Ihr Lieben!
Zuersteinmal möchte ich ein großes Lob an euch alle richten!
Durch euch habe ich sehr viel über MB gelernt.
Da mein Freund an MB erkrankt ist, ist man als Partner natürlich interessiert an dieser Krankheit und möchte alles Mögliche darüber erfahren.
Mein Freund selbst meidet dieses Thema, ich denke weil er seine Krankheit so gut es geht vergessen will. Manchmal glaube ich, ich wüsste mehr über seine Krankheit als er selbst!
Das finde ich sehr schade aber ich kann es auf der anderen Seite auch nachvollziehen!
Nun aber zu meiner eigentlichen Frage:
Ich möchte in absehbarer Zeit gerne ein Baby haben.
Leider ist mein Feund da anderer Meinung!
Nicht weil er kein Baby möchte, sondern weil er der Meinung ist, man könne sein eigenes Kind nicht wissentlich dem Risiko aussetzen auch an MB zu erkranken!
Wie denkt ihr darüber?
Ist es wirklich unverantwortlich und risikoreich?
Ich würde mich sehr freuen, von euch zu hören.
LG
Janine
Hallo Janine,
erstmal herzlich Willkommen in unserer großen Familie :) :knuddel: :)
Es muss ja nicht so sein, dass euer Baby auch MB bekommen würde! Wenn dein Freund HLA-B27 positiv ist und das Baby das erbt, besteht, soviel ich weiß, ein 20%iges Risiko, dass es auch MB bekommt - das heißt, mit 80 % Wahrscheinlichkeit ist es gesund!
Ist dein Freund HLA-B27-negativ, ist die Chance auf ein gesundes Kind noch viel größer!
Díe meisten von uns hier haben Kinder und vielen dieser Kinder geht es prima. Es sind aber auch welche dabei, die MB geerbt haben. Dadurch, dass wir aber viel feinere Antennen für die Symptome haben und dann auch gleich wissen, was gemacht werden muss, haben die Kinder eine große Chance, dass es bei ihnen nicht so schlimm wird und vor allem auch, dass sie schnell eine Diagnose bekommen und nicht, wie viele von uns, 10-20 Jahre den Grund für ihre Schmerzen suchen müssen. Davon abgesehen schläft die Medizin ja nicht - ein Kind, das jetzt geboren wird und vielleicht in 15 Jahren MB bekommt, hat ganz andere Chancen, damit fertig zu werden!
Bei mir fingen übrigens die Schmerzen in leichter Form kurz vor der Schwangerschaft vor 10 Jahren an, letztes Jahr habe ich die Diagnose bekommen - und meine Tochter hat meinen HLA-B27 geerbt. Deswegen achte ich besonders darauf, ob sie Gelenk- oder Rückenprobleme hat (bisher aber noch nicht :) ) und auch darauf, dass sie sich im täglichen Leben möglichst rückenfreundlich verhält, damit die Wirbelsäule nicht schon krumm ist, falls sie den MB geerbt haben sollte....
Im übrigen ist ist nicht optimal, wenn dein Freund den MB völlig vergißt, falls er dadurch auch vergißt, danach zu Leben (Gymnastik, Sport!!! :sport: )!!
Liebe Grüße :knuddel:
Lydia
Unregistriert
15.11.2004, 14:49
Hallo Lydia,
erstmal vielen Lieben Dank für deine Antwort!
Das hat mir schonmal ein bisschen weitergeholfen.
Ich werde meinem Freund mal deine Antwort zeigen, vielleicht bringt es ja was! :-)
Das es nicht gut ist, dass er sein MB immer verdrängt sage ich ihm auch immer wieder. Nur wenn ihm seine Hüfte mal wieder so weh tut, dass er kaum noch laufen kann, dann macht er seine Übungen und macht sich Gedanken was er tun kann um die Krankheit weitesgehend einzudämmen.
Das ist wirklich schade und ich hoffe, dass er vernünftig wird und seine Krankheit akzeptiert. Gerade jetzt wo er noch relativ jung ist, ist es doch so wichtig etwas dafür zu tun!
Noch schöner wäre es natürlich wenn er sich zusätzlich mit anderen Betroffenen wie zum Beisspiel euch hier ausstauschen würde!
Zumindest bin ich schonmal froh, dass es sowas wie dieses Forum gibt, in dem Betroffene sich austauschen können. Vielleicht schaffe ich es ja ihn zu überzeugen sich mal hier "blicken" zu lassen :-)
Danke nochmal für deine liebe Antwort!
Liebste Grüße
Janine :-X
Hallo Janine,
ich habe ja nun auch schon lange meine Krankheit und Diagnose.
Anfangs habe ich das gerne lieber verdrängt und bekomme dafür heute die Quittung.
Eines wollte ich aber trotz allem mir nicht nehmen lassen und das sind die Kidds.
Ich habe zwei Mädels und beobachte sie natürlich sehr genau.
Ich möchte deinem Freund also auch sagen das Lydia das sehr gut erklärt hat und wenn der Wunsch nach Kinder auch da ist, solltet ihr euch den auch nicht nehmen lassen.
Viel kann, nichts muss so kommen.
Schönen Gruss
Uwe
:o
zacke2003
15.11.2004, 17:07
Hallo,
ich kann Uwe nur zustimmen, ohne meine Tochter würde mir echt was fehlen. Vor allem kann man sich nicht so leicht hängen lassen, und wird immer wieder von neuem motiviert gegen unseren Freund anzukämpfen. Laßt euch nicht entmutigen, ihr bekommt viel zurück!!!
Gruß Andreas
Hallo Janine,
das ist ein heikles Thema und ich kann deinen Freund verstehen. Wenn du die Beiträge im Gesamtforum durchliest, wirst du feststellen, dass eine ganze Menge der Leute immer wieder angeben, dass MB auch schon bei den Eltern oder sonstigen Verwandten aufgetreten ist und teilweise auch wieder bei ihren Kindern auftritt . Ich war mal bei einer genetischen Beratungsstelle (ist schon Jahre her), da wurde die Wahrscheinlichkeit der Weitervererbung bei mir auf viel mehr als 20 % angegeben. Ich weiß, das alles klingt nicht schön, aber wenn schon gefragt, sollte man nicht nur die beruhigenden Beiträge hören.
Grüße
casus
Unregistriert
17.11.2004, 14:02
Vielen lieben Dank für eure hauptsächlich positiven Antworten!
Wir haben gestern Abend nochmal in Ruhe über das Thema Baby gesprochen und zumindest ist er mittlerweile nicht mehr so abgeneigt wie vorher. *freu* :-)
Ich glaube nämlich auch, das ein Kind einem noch mehr Mut gibt an sich selbst zu arbeiten!
Liebe Grüße an euch alle
Janine
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