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Vollständige Version anzeigen : Ich bin ausgetreten aus der SVMB!


Soltar
02.03.2005, 17:57
Hallo

Ich war viele Jahre Mitglied bei der SVMB. Dies obwohl ich eigentlich wenig davon profitieren (konnte) aus versch. Gründen, und vorallem das Heft mit den Neuigkeiten las.

Seit gut einem Jahr bin ich nun nicht mehr dabei. Grund: Es wurde eine Umfrage gestartet bezüglich Invaliditätsgrad der Mitglieder (Der Grund war wohl vorallem, dass sie - wenn nicht genügend Patienten einer Patientenvereinigung als "Invalid" gelten, keine Zuschüsse mehr vom Bund kriegen!)
Dass ich dann in meinem Alter auch schon Leistungen von der IV (auch noch aus anderen Gründen neben dem MB, aber natürlich auch wegen "ihm") beziehe, traf dann offensichtlich auf Unverständnis, und als ich mal anrief da, und wir darauf zu sprechen kamen, wurde man eben "angeblafft". Das hat mich derart getroffen, da ich das ja sonst schon oft erlebt habe, und es eben von den "eigenen Leuten" umsomehr schmerzt, dass ich ein paar Monate später ausgetreten bin. Wenn schon so eine Umfrage gestartet wird, und es ja auch eine Tatsache ist, dass auch schon MB-Kranke im jüngeren bzw. sogar sehr jungen Alter manchmal IV-(bzw. EU- in D)Leistungen benötigen, muss ich mir das wirklich nicht bieten lassen!

Schöne Grüsse

Soltar

Nelly
20.03.2005, 09:32
Hallo Soltar

Schade, ich habe deinen Beitrag er jetzt gelesen.
Sicher war einer der Gründe wieso diese Umfrage gestartet wurde den, den Du angegeben hast. Sicher ist es nicht der Einzige. Es gibt sicher Bechterewler, die schon in jungen Jahren IV-Bezüger sind. Es gibt aber viele andere, bei denen die Diagnose über Jahre (Jahrzehnte) nicht gestellt wurde, andere, die es nicht wagen einen Antrag zu stellen, weil sie schlicht Schiss bekommen vor dem ganzen Prozedere oder auch schlicht zu stolz sind dazu. Zu diesem Thema: ich habe mienen Rheumatologen gefragt wie meine Chancen stehen eine IV-Rente zu kriegen. Er meinte ich würde höchstwahrscheinlich maximal auf 30% invalid eingestuft und somit leer ausgehen. Dazu habe ich Fibromyalgie, aber die zählt nicht, da nicht anerkannt von der IV. Toll-he?
Weiter wurde in dieser Rundfrage auch gefragt, wie stark eingeschränkt man tatsächlich ist im Leben, denn das geschieht mit oder ohne Gutachter, sicher auch eine gute Unterlage um zu wissen, wie sich ein Bechti durchs leben "schlägt".
Ich wollte auch einmal eine Rundfrage starten, nachdem ich ein Artikel im Vertical geschrieben hatte. Beim SVBM sind sie sehr zurückhaltend damit, sie wollen nicht, dass man ständig mit Rundfragen konfrontiert wird. Damals hatten sie soeben eine gestartet... inzwischen hat sich das Wissen weiterentwickelt und sie hat sich weithin erübrigt.
Ich weiss nicht wie es Dir konkret am Telefon ergangen ist. Ich habe bis jetzt immer nette Reaktionen erlebt und wenn sich jemand als nicht zuständig fühlte hatte ich entweder einen Rückruf von der Zustandigen Person oder ich musste später nochmals anrufen. Vielleicht hast Du schlicht Pech gehabt und hast jemand erwischt, der mit dem falschen Bein aufgestanden ist.

Im übrigen stand es Dir frei Dich nicht an den Umfrage zu beteiligen...

Ciao

NElly

Soltar
20.03.2005, 22:20
Hallo Nelly

Natürlich hätte ich nicht teilnehmen müssen. Aber man will ja mitmachen, und eben denen Hand bieten für ihre Erhebungen. Dazu habe ich noch genau dazugeschrieben, was sonst noch die Gründe sind. Ich habe fast auch das Gefühl, dass in der Schweiz speziell hart verfahren wird, mit Bechterewbetroffenen und Rentenanträgen. In D und anderswo gibt es doch mehr auch IV, bzw. EU-Bezüger, denke ich mal...(??) Nun, ich finde man soll auch nicht alles über einen Kamm scheren. Jeder Bechterew ist anders, und jeder ist anders betroffen. Dazu können andere Probleme kommen!!

Im übrigen kenne ich mindestens zwei Fibromyalgie-Patientinnen(eine davon ist N.Martinetti) die eine volle IV-Rente beziehen!! Bei der anderen ist es sogar so, dass sie sich den Haushalt machen lassen muss, und den Einkauf besorgen, weil sie nichts mehr kann - keine Kraft, Schmerzen usw. Und was mir zu Ohren gekommen ist, wird mit Fibromyalgie sehr viel schneller an Berentung gedacht! Das sagte zumindest N. Martinetti, der von einem Arzt empfohlen wurde eine IV zu beantragen!!

Schöne Grüsse

Soltar

Nelly
21.03.2005, 09:46
Hallo Soltar,

Danke für deine offene Antwort.

Was Fibromyalgiebetroffene und IV-Bezug angeht: man kriegt nur eine Rente, wenn man psychisch dadurch stark belastet ist. Ich bin kein Kind von Traurigkeit und will nicht Theater spielen (leider zu ehrlich), fazit: nix IV!

Eigentlich bin ich ganz stolz darauf, dass ich mich recht gut organisieren kann, so dass ich meinen Tag, wenn auch mit lauter Tricks, relitiv gut über die Runden bringe.

Ciao

Nelly

Uli Dörwald
21.03.2005, 13:06
Hallo Nelly,

beim Versicherungsgedanken wird wohl immer davon ausgegangen, dass die Menschen frei und unabhängig bleiben wollen, was deine tapfere HAltung ja nicht schmälert. Aber gegen die Tendenz zur Vollkaskomentalität und zum Missbrauch müssen die Versicherungen sich schützen, daher ja auch die Prüfungen. Aber worin bestand denn das 'Anblaffen', lieber Soltar? Weder handelt es sich bei dem Verein um eine Versicherung, noch um eine moralische Anstalt.

Gruß Uli

Soltar
21.03.2005, 17:16
Hallo Nelly

Ich arbeite ja auch noch, und schmeiss meinen Haushalt.

Ich muss das nochmal sagen, niemand kann in den anderen reinsehen, und nicht jeder ist gleich betroffen. So oder so besteht bei beiden Krankheiten eine Berechtigung zum Rentenbezug. Bin ja auch stolz, dass ich mich so alleine "durchbringe", wenn auch zeitweise gar nichts geht, was zur Zeit vorallem an meiner belastenden Wohnsituation liegt hier (siehe anderes Thema: "Wenn vieles zusammenkommt")

Schöne Grüsse

Soltar

Nelly
23.03.2005, 09:32
Hallo Uli,

weisst Du, ich hab so ein Prozedere mitgemacht: 1x bei meinem Vater, der an Meniere erkrankt war und 1x beim Vater meines Patenkindes der nach einer Diskusoperation ein Bein gelähmt hatte. Es war bei beiden hart und bei beiden war der "Schaden" offensichtlich. Trotzdem musste immer wieder abgeklärt werden ob die Behinderung wirklich vorhanden ist oder ob der Patient nur simuliert. Dann das ringen um die Prozente... ganz schön kleinlich beide Experten damals. Vielleicht war es einfach Pech bei Beiden. Ich fand der Umgang der Experten mit den Beiden abstossend gelinde gesagt.

Mein Vater ist inzwischen tot, er hatter 7 Jahre auf die Bescheinigung warten müssen. Der Andere nicht, dafür wurde um Prozente gefeilscht: er war zuerst auf 25% und war Waldarbeiter! Ich möchte den sehen, der mit einem gelähmten Bein und starken Rückenschmerzen flott Bäume fällt und ausastet.

Tschuldigung! Mir ist einfach mal wieder die Galle hochgekommen...

Ciao

Nelly

Soltar
23.03.2005, 14:59
Hallo

Es muss wohl jeder selber mit sich ausmachen, was noch vernünftig ist. Die Sozialversicherungen gehen wirklich z.T. wie der letzte Dreck mit einem um. Wurde ja auch immer wieder "zusammengeschissen", mit der Begründung z.B.: "Man sieht Ihnen wirklich nichts an..!" Das ist ja das Letzte. Den meisten IV-Bezügern sieht man wohl nichts an!
In der Schweiz beziehen z.B. 100'000 Leute wegen Problemen im psychischen Bereich eine Rente. Das hat schlagartig zugenommen in den Neunziger Jahren, wo sich die Arbeitssituation verschärfte. Mobbing verursacht jedes Jahr Milliardenschäden in der Wirtschaft - und die Betroffenen leiden darunter sehr! Meist resultiert daraus eine vorübergehende oder sogar bleibende Arbeitunfähigkeit! Ich habe ganz schlimme Sachen in dieser Richtung erlebt, mit entsprechenden Folgen, die ich hier nicht genauer erläutern möchte. Bin ja auch z.B. seit vielen Jahren nicht mehr in den Ferien gewesen, usw...

Darum.....man kann nicht alles über einen Kamm scheren..

(Mit anblaffen meinte ich, dass jemand im ersten Satz noch sagt, als Bechterewler besteht eine Rentenberechtigung, und dann im nächsten auf einem loskommt, weil man eben tatsächlich IV-Leistungen bezieht!):bahn:. Ausserdem kann man sich schon fragen, ob man sich "unter Qualen" an die Arbeit schleppen soll, wo doch noch viele gesunde Arbeitlose auf einen Job warten...

das ist nur ein Aspekt - aber durchaus bedenkenswert...;)

(seit ich den Druck einer Vollstelle weghabe, wo ich zeitweise kaum mehr ins Auto brachte, bzw. kaum mehr laufen konnte, hatte sich die gesundheitliche Situation erstmal wahnsinnig entspannt, und es war eine sehr gute Phase. Leider hat sich die Krankheit aber in letzter Zeit wieder sehr verschärft. Trotzdem sollte man das bedenken! Stress, Druck, Aerger beschleunigen auch die Krankheit)

Schöne Grüsse

Soltar

Soltar
23.03.2005, 15:03
..ausserdem. Wer stellt denn heutzutage noch einen wenig belastbaren, kranken Menschen ein??

Ich wurde damals "gechasst". Ich hätte zuviel gefehlt. Die Absenzen, die ein Bechterewler nunmal hat, bzw. auch eingeschränkte Arbeitsfähigkeit, wurden nicht toleriert...